Krimi schreiben

Einen Krimi schreiben – 8 Tipps, wie du Lesern Hochspannung bescherst

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Fast 35.000 gedruckte Krimis sind laut dem Verzeichnis lieferbarer Bücher auf dem deutschen Buchmarkt verfügbar. Zum Vergleich: Im Bereich der Liebesromane sind es „nur“ etwa 20.000 Titel. Die Konkurrenz ist also groß, wenn du einen Krimi schreiben willst. Aber wie schreibt man einen Krimi, der auffällt und begeistert und die Leser zum Weiterlesen motiviert?

Welche Arten von Krimis gibt es?

Am Anfang einer Kriminalgeschichte steht fast immer ein Mord beziehungsweise ein Verbrechen, das im Verlauf der Handlung aufgeklärt wird. Der Krimi gehört zu den größten und beliebtesten Genres in der Belletristik, ist aber auch eines der anspruchsvollsten Genres, wenn es um das Schreiben von Büchern geht.

Zu den Subgenres des Krimis gehört der klassische Detektivroman. Diesen haben vor allem die Schriftsteller Edgar Allen Poe sowie Arthur Conan Doyle mit ihren Helden Auguste Dupin und Sherlock Holmes im 19. Jahrhundert geprägt. Wie der Name sagt, steht bei einem Detektivroman der Ermittler im Vordergrund. Dieser hat meist einen außergewöhnlichen Charakter. 

Eine weitere Unterkategorie ist der Spionageroman, der fast schon in Richtung Thriller geht. Die berühmteste Figur aus diesem Genre ist Ian Flemings James Bond.

Außerdem gibt es noch den Polit- sowie den Psychothriller, bei dem jeweils politische oder wirtschaftliche Zusammenhänge oder eine Person mit einer gestörten Persönlichkeit im Vordergrund stehen.

Zu erwähnen ist auch der Roman Noir, in dem die Welt der Verbrecher nicht klar von der Welt des Ermittlers getrennt ist.

In diesem Artikel widmen wir uns hauptsächlich dem klassischen Kriminalroman, wobei die Grenzen zu anderen Genres oft fließend sind. So kann ein Krimi zum Beispiel Elemente aus den Bereichen Fantasy, Science Fiction oder Liebesgeschichte enthalten.

Krimi schreiben: Wie funktioniert das?

Gerade eine Kriminalgeschichte sollte sorgfältig geplant sein. Wer einfach drauf los schreibt, kann sich leicht verzetteln und die Handlung und ihre Verstrickungen aus den Augen verlieren. Dagegen helfen die Grundidee, der Krimi Plot, der Aufbau von Spannung und Figuren sowie eine gründliche Recherche. Du willst einen Mittelalterkrimi schreiben? Dann könntest du die mittelalterliche Szenerie des Buches entwerfen. Oder du hast ein Ende im Kopf? Dann plane die Geschehnisse, die zum Mord führen, rückwärts. Es gibt viele Ansätze für den Aufbau deines Kriminalromans.

Deine Leser mit einer außergewöhnlichen Idee verblüffen

Wie bei jedem Genre gilt auch für einen Krimi: Schaffe dir ein Alleinstellungsmerkmal, welches deine Leser überrascht. Das kann eine besondere Ausgangsidee sein oder ein ausgefallener Ermittler. Oder die Geschichte spielt in einer vergangenen oder zukünftigen Zeit oder an einem speziellen Ort. Auch aktuelle Themen wie Umwelt oder Digitalisierung lassen sich hervorragend in einen Krimi integrieren. Guten Stoff bieten auch reale Verbrechen, auf deren Basis du einen Krimi schreiben kannst.

Um Inspiration zu finden, schadet es nicht, dir Anregungen bei anderen Autoren zu holen und damit festzustellen, wie du deinen Krimi schreiben möchtest. Es gilt also: Lesen, lesen, lesen. Natürlich solltest und darfst du keine Geschichten kopieren, doch auch große Schriftsteller haben sich Inspiration bei Kollegen geholt.

Wie plane ich eine Kriminalgeschichte?

Um ein spannendes Buch zu schreiben, ist der Krimi Plot entscheidend. Mit einem vorab festgelegten roten Faden kannst du logische Fehler vermeiden. Ein Zeitstrahl kann eine Hilfe sein. Es spielt keine Rolle, ob du ausgehend vom Anfang oder Ende, von den Figuren oder von der Tat aus planst. Auf dem Zeitstrahl kannst du festlegen, wann welche Umstände zum Mord und der Überführung des Täters führen. Dabei geht es nicht darum, ob du deine Geschichte linear erzählst. Natürlich erfahren die Leser im Buch nicht sofort, welches Ereignis in der Kindheit des Täters zum Mord geführt hat. Dies kommt erst im Laufe der Handlung durch den Ermittler heraus. Der Zeitstrahl dient als Orientierungshilfe. So kannst du selbst beim Schreiben den Überblick behalten. Dafür kannst du dir zu jeder Szene notieren:

  • Welche Personen treten auf?
  • Zeit und Ort
  • Was passiert?
  • Welche Informationen werden preisgegeben?

Du kannst für jede Figur einen eigenen Zeitstrahl erstellen. So stellst du sicher, dass sich alle Personen am Ende zum Finale einfinden und es keine logischen Fehler gibt. Die Beziehungen der Figuren untereinander kannst du in einer Mindmap oder als Tabelle festhalten.

Tipp: Viele Autoren bedienen sich zur Planung des Handlungsverlaufs der sogenannten Schneeflockenmethode von Autor Randy Ingermanson.

Wie erzeugt man Spannung im Kriminalroman?

Es gibt unterschiedliche Wege, um in deiner Kriminalgeschichte Spannung aufzubauen. Das können Rückblenden sein, die dem Leser häppchenweise präsentieren, welche Ereignisse zum Verbrechen geführt haben. Diese sollten aber wohl überlegt dosiert sein, damit der Leser nicht den Überblick verliert.

Oder du kannst die Geschichte aus der Sicht des Täters erzählen. Dabei sollte dieser aber nicht zu unsympathisch wirken, damit sich der Leser in noch mit ihm identifizieren beziehungsweise in dessen Motive, Ängste oder Zwangslagen hineinversetzen kann.

Viele Autoren schicken ihre Leser auf falsche Fährten, um Spannung zu erzeugen. Am Ende erfolgt die Auflösung mit einem Überraschungsmoment. Der Leser sollte verblüfft sein, aber trotzdem das Gefühl haben, dass er selbst auf die Lösung hätte kommen können. Denn nichts ist unbefriedigender als ein frustrierender Schluss, bei dem die Figur des Täters zum Beispiel erst im letzten Kapitel erscheint oder eine für die Lösung des Falls entscheidende Information erst in letzter Minute preisgegeben wird.

Über authentische Figuren im Krimi schreiben

Tiefgründige und glaubhafte Figuren sind Grundlage für einen überzeugenden Krimi. Alles, was sie tun, denken oder sagen, muss für den Leser nachvollziehbar sein. Auf diese Weise identifizieren sie sich mit den Protagonisten und fiebern mit dem Geschehen mit. Glaubhaft ist nicht gleichzusetzen mit realistisch. Auch in einer unrealistischen Welt können die Charaktere zum Setting passend handeln.

Die Persönlichkeit der Figuren sollte genauso wie der Handlungsverlauf sorgfältig geplant werden, bevor du mit dem Krimi schreiben anfängst. Hier helfen Schreibprogramme wie Papyrus oder ywriter, in denen du Persönlichkeitsprofile deiner Charaktere anlegen kannst.

Wie recherchiere ich für meinen Krimi?

Auch wenn es sich bei deiner Kriminalgeschichte um einen fiktionalen Inhalt handelt, muss dieser nachvollziehbar sein. Bei einem Krimi spielen zum Beispiel das Gericht oder die Pathologie häufig eine Rolle. Wenn du etwas darüber schreiben willst, solltest du dich hier gründlich einlesen. Dafür helfen Presseinformationen der Polizeibehörden oder die mediale Berichterstattung von Verbrechen, im besten Fall kannst du dir Unterstützung eines echten Pathologen oder Richters holen. Es reicht nicht, nur Krimis anderer Schriftsteller zu lesen, sondern du brauchst auch Fachliteratur oder Informationen aus erster Hand.

Besonders wenn real existierende Personen oder historische Ereignisse eine Rolle spielen, gilt es, gut zu recherchieren. Bei einem historischen Krimi musst du zusätzlich darauf achten, welche Situationen die Menschen der damaligen Zeit beeinflusst haben. Wie kleidete man sich, welche Berufe und gesellschaftliche Gepflogenheiten gab es? Welche Erfindungen und Techniken waren zu dieser Zeit bereits vorhanden, um Verbrechen aufzuklären?

Nach dem Schreiben des Krimis: Lektorat und Korrektorat

Wenn du nach sorgfältiger Planung, dem Entwickeln authentischer Figuren und ausreichender Recherche deinen Krimi fertiggeschrieben hast, ist es Zeit, ihn einer gründlichen Prüfung zu unterziehen. Du selbst hast dich tage-, monate- oder sogar jahrelang damit beschäftigt. Eine Folge davon ist akute „Betriebsblindheit“. Du kennst deine Figuren auswendig, weißt jeden Schritt, den sie getan haben und bist so intensiv in deine Erzählung eingetaucht, dass dir Ungereimtheiten oder formale Fehler nicht mehr auffallen. Deshalb solltest du in ein Lektorat und ein Korrektorat investieren. Auch sind Testleser im Freundes- und Bekanntenkreis hilfreich, um ein erstes Feedback zu bekommen und sicherzustellen, dass der Krimi einen logischen und strukturierten Handlungsaufbau hat.

Wie sollte das Krimi-Cover aussehen?

Der Leser sollte beim ersten Blick auf dein Buch wissen, was er bekommt. Das Cover entscheidet nicht selten darüber, ob der Leser das Buch in die Hand nimmt oder nicht. Damit lässt sich eine bestimmte Stimmung erzeugen. Meistens sind die Cover von Krimis eher in dunklen und kalten Farben gehalten. Als Motiv dienen Blut, zerstörte Gegenstände oder die Tatwaffe. Natürlich kannst du dieses System durchbrechen. So hat beispielsweise Autor Simon Beckett sein Cover weiß und schlicht gehalten, sodass es eher an eine Todesanzeige erinnert. Wichtig ist nur, dass der Leser sofort weiß, dass es ein Krimi ist. Beim Klappentext beziehungsweise der Kurzbeschreibung solltest du Spannung aufbauen und den Leser neugierig machen. Aber nicht zu viel verraten!

Den Krimi im Self-Publishing oder Verlag veröffentlichen?

Eine Frage, über die du dir schon zu einem frühen Zeitpunkt des Schaffensprozesses Gedanken machen solltest: Möchtest du dich bei Verlagen bewerben oder die Veröffentlichung selbst in die Hand nehmen? Wenn du dich für einen Verlag entscheidest, solltest du eine lange Vorlaufzeit einplanen. Zum einen ist es im beliebten Genre schwer, angenommen zu werden und zum anderen beträgt die Zeit bis zur Veröffentlichung oft bis zu einem Jahr.

Im Self-Publishing dagegen kannst du sofort loslegen. Du hast das Layout, den Buchsatz und das Marketing selbst in der Hand, kannst dir aber auch Unterstützung durch verschiedene Dienstleister oder unser Buchsatz-Programm holen.

Fazit

Wenn du einen Krimi schreiben möchtest, solltest du dir aufgrund der großen Konkurrenz eine Nische suchen. Aktuelle und kontroverse Themen liefern Stoff für eine Erzählung, du kannst den Krimi aber auch in einer fremden Welt oder anderen Zeit ansiedeln. Wichtig ist, dass du selbst für das Thema brennst und Lust auf das Schreiben hast.

Nimm dir ausreichend Zeit für eine detaillierte Planung. Erstelle dafür Listen oder nutze eine der gängigen Autorensoftwares, um einen logischen Handlungsverlauf, Spannung, tiefe Figuren sowie einen glaubhaften Schluss zu erschaffen. Dabei solltest du sämtliche Hintergründe sorgfältig recherchieren. So schaffst du es, authentische Zusammenhänge zu verfassen und deinen Leser an deinen Krimi zu fesseln.

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