Self-Publishing oder Verlag

Self-Publishing oder Verlag – Welcher Weg passt zu deinem Manuskript?

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Den eigenen Text zwischen zwei Buchdeckeln in den Händen halten – das ist der Wunsch vieler Autoren. Aber wie? Soll dein Buch in einem klassischen Verlag erscheinen oder möchtest du die Veröffentlichung selbst in die Hand nehmen und Self-Publishing-Autor werden? Self-Publishing oder Verlag – was passt am besten zu dir und deinem Manuskript?

Im Verlag veröffentlichen

Viele Autoren wünschen sich, ihr Werk unter einer Verlagsmarke herauszubringen. Das kann Vorteile in der Vermarktung bringen, denn ein renommierter Verlag hat seinen angestammten Platz in den Regalen der Buchläden. Und je größer das Unternehmen, umso höher ist das Marketingbudget.

Wie bewerbe ich mein Manuskript bei einem Verlag?

Die meisten Verlage haben sich auf bestimmte Genres wie Belletristik, Kinder- und Jugendbücher oder Sachbücher spezialisiert. Es gibt auch Special Interest Verlage, die zum Beispiel nur Fantasybücher veröffentlichen. Bevor du dich bei einem Verlag bewirbst, prüfe, ob dein Manuskript in das Programm passt. Achte vor deiner Bewerbung darauf, deine Einsendung unter den verlagsindividuellen Vorgaben zu gestalten. Oft fordern Verlage eine bestimmte Schrift, Zeilenbeschränkung, eingerückte Absätze, linksbündigen Text oder den Verzicht auf Worttrennungen. Auch ob die Manuskripteinsendung per Post oder E-Mail erfolgen soll, kann entscheidend dafür sein, ob der Lektor deine Einsendung überhaupt ansieht. Die meisten Verlage bekommen täglich zahlreiche Manuskripte, es ist also wichtig, dass du dich an die Vorgaben hältst. Sonst kann es passieren, dass der Lektor deine Bewerbung ungelesen zur Seite legt.

Wenn du Exposé, Leseprobe, Vita und die übrigen geforderten Dokumente verschickt hast, heißt es warten. Und das kann mehrere Monate dauern. Im schlimmsten Fall kommt keine Antwort – wobei professionelle Verlage normalerweise eine Absage schicken. Und Absagen sind nicht selten. Auf den Schreibtischen der Lektoren stapeln sich die unverlangt eingesandten Manuskripte. Eine Absage muss nichts mit der Qualität des Textes zu tun haben. Vielleicht hat er nicht in das Programm gepasst oder dein Exposé braucht nochmal einen Feinschliff? Lass dich nicht entmutigen und probiere es weiter. Die wenigsten Autoren schaffen es mit der ersten Bewerbung, von einem Verlag angenommen zu werden.

Bei einem kleinen Verlag veröffentlichen?

Vielleicht hat dein Manuskript höhere Chancen, in einem kleinen Verlag unterzukommen. Besonders wenn dein Text in eine Nische passt, auf die sich der Verlag gezielt spezialisiert hat. Kleinere Verlage sind zudem persönlicher und gehen individueller auf die Wünsche des Autos ein. Und dein Buch geht nicht in der Masse an verlagseigenen Veröffentlichungen unter. Auf der anderen Seite verfügen kleinere Verlage meist nur über ein geringes Marketingbudget und auch das Außendienst-Netz ist in der Regel kleiner.

Was ist ein Druckkostenzuschussverlag?

Im Gegensatz zum klassischen Verlag verlangt ein sogenannter Druckkostenzuschussverlag (kurz: DKZV) von einem Autor Geld für den Druck des Manuskripts. Der Autor trägt das komplette finanzielle Risiko. Auch gibt es keine Unterstützung in Bezug auf Layout oder Marketing. Der Begriff Verlag ist hier irreführend und falsch, da die Leistung lediglich in der Vermittlung des Druckauftrags besteht. Mehr Informationen zu Druckkostenzuschussverlagen gibt es beim Aktionsbündnis für faire Verlage.

Geschafft, ich bin Verlagsautor – und dann?

Es braucht eine gute Portion Glück, um in das Programm eines Verlags aufgenommen zu werden. Wenn du es geschafft hast, unterstützt er dich im Marketing, bei der Cover-Gestaltung und dem Lektorat und Korrektorat. Hier kann es sein, dass du ein dickes Fell brauchst. Häufig werden große Teile des Manuskripts im Lektorat umformuliert oder komplett verändert. Im schlimmsten Fall kann es vorkommen, dass der Verlag eine andere Vorstellung vom Ende oder der Botschaft deines Buches hat.

Auch wenn du in einem großen Verlag unterkommst, steht diesem nur ein begrenztes Budget zur Verfügung. Die meisten können sich deshalb nur leisten, ihre Besteller-Autoren umfassend zu bewerben. Bei der Vermarktung solltest du also in jedem Fall selbst tätig werden.

Vorteile bei der Veröffentlichung im Verlag

  • Du erhältst professionelle Unterstützung bei Marketing, Vertrieb, Lektorat und Layout.
  • Du bekommst eine Rundum-Versorgung durch Beratung in allen Bereichen.
  • Im Vertrieb kann ein Verlag eine hohe Reichweite erzielen.
  • Die Bekanntheit eines Verlages hilft, um einen Platz in Buchhandlungen zu bekommen.
  • Das Image eines Verlages überträgt sich auf das Werk sowie den Autor und kann einen Marketingeffekt darstellen.

Nachteile bei der Veröffentlichung im Verlag

  • Es ist viel Ausdauer bei der Bewerbung erforderlich. Du solltest mit Absagen umgehen können.
  • Der Prozess vom Manuskript zur Veröffentlichung ist lang, da Verlage weit im Voraus planen.
  • Der Autor ist in Hinblick auf Kreativität und Mitspracherecht eingeschränkt.
  • Viele Verlage fordern vertraglich Exklusivität, so dass keine weitere Veröffentlichung über einen anderen Kanal möglich ist.
  • Die Auflagen sind limitiert.
  • Das Autorenhonorar  ist eher gering und beträgt in der Regel etwa 25 Prozent des Nettoerlöses.

Selbst publizieren durch Self-Publishing

Das Self-Publishing bietet vor allem in der Selbstbestimmung einige Vorteile. Eine schnelle Veröffentlichung und die Entscheidung über Covergestaltung und Marketingmaßnahmen zum Beispiel. Aber auch hier darfst du nicht vergessen, dass es nicht ausreicht, einfach einen Text zu schreiben und ihn zu veröffentlichen. Auch ein im Self-Publishing erstelltes Buch sollte qualitativ mit einem Verlagswerk mithalten können. Dazu braucht es unter anderem ein Lektorat und ein professionelles Cover.

Ruckzuck starten ohne Bewerbung

In der Regel ist der Ablauf im Self-Publishing schnell und unkompliziert. Es gibt keine Vorgaben an das Manuskript und beim Layout hast du alle Freiheiten. Viele Dienstleister unterstützen mit Vorlagen für den Umschlag oder Innenteil. Sobald der Text steht und Cover und Layout bereit sind, kannst du dein Buch ohne lange Wartezeiten veröffentlichen. Das  ist gerade bei aktuellen Sachbuch- oder Wissenschaftsthemen ein Vorteil.

Geschafft, ich bin Self-Publishing-Autor – und dann?

Als Self-Publishing-Autor ist viel Eigeninitiative und ein gutes Zeitmanagement nötig. Layout, Lektorat, Vorbereitung von Druck und Vertrieb – das alles muss aufeinander abgestimmt werden. Eine Checkliste kann dir helfen, um strukturiert und effizient zu arbeiten. Auch das Marketing ist nicht zu unterschätzen. Es gibt einige Dienstleister, die hierbei unterstützen.

Wie finde ich den richtigen Self-Publishing-Dienstleister?

Anders als bei einem Verlag musst du dich bei einem Self-Publishing Dienstleister nicht bewerben, sondern dich für ein Angebot entscheiden. Dieses sollte zu deinen Bedürfnissen und Zielen passen. Welche Konditionen bietet der Dienstleister an? Auf welchen Vertriebskanälen wird dein Buch platziert? Um zu wissen, welcher Dienstleister zu dir passt, solltest du sie untereinander vergleichen. Erstelle dir am besten eine Checkliste. Kriterien könnten eine preisgünstige Veröffentlichung, attraktive Provisionen, Unterstützung bei Layout und Gestaltung oder Lektorat und Korrektorat sein. Besonders hilfreich ist es, wenn du dir die für dich wichtigsten Punkte stärker gewichtest.

Willst du dir beispielsweise mit dem Buch einen Lebenstraum erfüllen und die Geschichte deiner Familie und Freunde zugänglich machen? Dann spielt das Honorar eine eher untergeordnete Rolle. Ist dein Plan, dich als Autor (nebenberuflich) selbstständig zu machen? Dann werden die Vertriebskanäle von Bedeutung sein. Auch die rechtlichen Konditionen können ausschlaggebend sein, also ob du exklusiv an einen Dienstleister gebunden bist oder auch andere zusätzliche Veröffentlichungswege gehen kannst.

Vorteile bei der Veröffentlichung im Self-Publishing

  • Es ist keine Bewerbung notwendig, jeder Autor kann sein Manuskript veröffentlichen.
  • Eine Veröffentlichung ist meist sofort möglich.
  • Der Autor hat die volle Flexibilität, Kontrolle und kreative Freiheit und kann über Manuskript, Cover und Gestaltung selbst entscheiden.
  • Das Autorenhonorar ist relativ hoch, bis zu 70 Prozent des Nettoerlöses.
  • Es gibt keine Beschränkungen in Bezug auf die Auflage.
  • Vorteile durch das Print-on-Demand Verfahren: Buchinhalte können schnell aktualisiert werden und es entstehen keine Kosten durch Remission oder Lagerhaltung, da Bücher erst bei einer Bestellung produziert werden.

Nachteile bei der Veröffentlichung im Self-Publishing

  • Im Vergleich zu einem Verlag bekommt man von einem Self-Publishing Anbieter weniger Leistungen.
  • Der Autor hat mehr To-Dos, es ist ein hohes Maß an Eigeninitiative gefragt.
  • Auch bei vielen Self-Publishing Dienstleistern wird vertraglich eine Exklusivität vereinbart.
  • Finanzielles Risiko: Die Kosten für Cover, Druck, Lektorat und Korrektorat und mögliche Marketingmaßnahmen müssen vom Autor getragen werden.
  • Der Autor erhält keinen Vorschuss.

Self-Publishing oder Verlag? Die richtige Entscheidung treffen

Du willst schnell und flexibel veröffentlichen und dich kreativ in den Gestaltungsprozess einbringen? Dann kann Self-Publishing perfekt für dich sein. Vergiss aber nicht, dass du auch für das Marketing komplett selbst verantwortlich bist. Oder hast du keinen Zeitdruck und möchtest eine renommierte Marke im Rücken? Dann kann eine Bewerbung bei einem Verlag der richtige Weg sein. Dann brauchst du aber viel Geduld, solltest dich auf lange Wartezeiten einstellen und auch mit Absagen rechnen. Prüfe in beiden Fällen, welche Leistungen mit der Veröffentlichung über den Verlag oder Self-Publishing Dienstleister verbunden sind.

Self-Publishing als Sprungbrett für die Autorenkarriere

Wenn du dich für das Self-Publishing entscheidest, schließt das eine Veröffentlichung in einem Verlag nicht unbedingt aus. Bei einer Veröffentlichung über tredition kann dein Buch dennoch unter einer anderen ISBN in einem klassischen Verlag erscheinen. Prüfe die rechtlichen Voraussetzungen bei der Wahl deines Self-Publishing Dienstleisters.

Viele Vorurteile über Self-Publishing halten sich weiterhin hartnäckig. So gehen einige Menschen davon aus, dass Bücher aus dem Self-Publishing eine schlechtere Qualität haben und sich nur Autoren dafür entscheiden, die es nicht in einen „richtigen“ Verlag geschafft haben. Dass diese Gerüchte nicht stimmen, beweisen Bestseller-Autoren wie Nele Neuhaus oder E. L. James. Und auch du kannst deine Karriere im Self-Publishing starten.

Self-Publishing oder Verlag: Die Vor- und Nachteile im Überblick

Verlag

Vorteile

Nachteile

+ Unterstützung im Herstellungsprozess

– Ausdauer bei der Bewerbung nötig

+ Rundum-Versorgung

– lange Vorlaufzeiten

+ hohe Reichweite

– Einschränkungen bei Kreativität und Mitsprache

+ Platz in den Buchhandlungen

– vertragliche Exklusivität

+ Image des Verlages als Marketinginstrument

– limitierte Auflagen

 

– geringes Autorenhonorar

Self-Publishing

 Vorteile

Nachteile

+ jeder kann sein Manuskript veröffentlichen

– weniger Leistungen

+ Flexibilität, Kontrolle und kreative Freiheit

– mehr Arbeit für den Autor

+ hohes Autorenhonorar

– teilweise vertragliche Exklusivität

+ keine Beschränkungen bei der Auflage

– finanzielles Risiko

+ Print-On-Demand Verfahren: schnelle Aktualisierung, keine Kosten durch Lagerhaltung oder Remission

– kein Vorschuss für den Autor

+ Veröffentlichung ist sofort möglich

 

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