Schreibwettbewerb

Schreibwettbewerbe – So nimmst du teil

Ein Schreibwettbewerb bietet noch unbekannten Autoren die Chance, eigene Texte vorzustellen und ein größeres Publikum zu erreichen oder sich in unterschiedlichen Textgattungen auszuprobieren. Gerade Genre-Wettbewerbe, die auf Krimis, Science-Fiction oder Fantasy spezialisiert sind, bieten oft eine gute Möglichkeit für Self-Publisher.

Was sind Schreibwettbewerbe?

Auf der Suche nach neuen, talentierten Autoren, schreiben gemeinnützige Institute, Literaturbetriebe oder Zeitschriften Schreib- und Literaturwettbewerbe aus. Eine unabhängige Jury aus unterschiedlichen Fachrichtungen sichtet die eingereichten Texte und ermittelt den oder die Preisträger. Ziel solcher Ausschreibungen ist es, noch unbekannte Schriftsteller zu unterstützen und das Interesse an Literatur zu beleben und zu vergrößern. Für Autoren winkt manchmal ein Verlagsvertrag, auf jeden Fall aber die Aufmerksamkeit in der Buchbranche.

Welche Vorteile hat ein Schreibwettbewerb für Autoren?

Ob als Marketing, zur Übung oder für die finanzielle Unterstützung – ein Literaturwettbewerb hat für dich als Autor einige Vorteile. Gerade Debütautoren kann ein Preisgeld die Arbeit wesentlich erleichtern und ihnen auf ihrem Weg helfen, vom Schreiben zu leben. Außerdem dienen Schreibwettbewerbe, um auf dich und dein Werk aufmerksam zu machen und damit Leser zu erreichen. Die Berichterstattung in Zeitschriften und Blogs schafft dir eine Reichweite und stärkt deine Autorenmarke. Und manchmal kommt es sogar zu einem Verlagsvertrag. Nicht zu unterschätzen ist die Übung: Schreiben lernst du nur durch Schreiben (und lesen), also ist jeder Literaturwettbewerb, an der du teilnimmst, eine Möglichkeit, dich zu verbessern und das Schreibhandwerk zu lernen.

Worauf muss man bei Schreibwettbewerben achten?

Du bist motiviert, mit deinem Buch an einem Schreibwettbewerb teilzunehmen, und hast alle Unterlagen zusammen? Bevor du viel Arbeit in die Teilnahme der Ausschreibung steckst, schau dir genau an, ob sie für dich geeignet ist. Manche Organisatoren von Wettbewerben setzen eine Vertragspublikation voraus, andere schließen Self-Publishing kategorisch aus. Wiederum andere vergeben Preise, die für dich und dein Buch vielleicht nicht in Frage kommen. Ein Beispiel ist der kommunale Literaturpreis des Stadtschreibers. Dieses Stipendium wird von vielen Städten vergeben, ist aber mit einer Aufgabe oder Beschäftigung in einer entsprechenden Gemeinde oder Stadt verbunden.

Informiere dich vorab auf der Homepage der Ausschreibung, ob der Wettbewerb zu dir und deinen Zielen passt. Setzt die Teilnahme einen Verlagsvertrag voraus? Welche Bedingungen sind an den Wettbewerb geknüpft? Und welche Preise oder Aufgaben sind damit verbunden? Die meisten Organisatoren fordern bisher unveröffentlichte Textbeiträge. Es schadet auch nicht, dir die Preisträger der vergangenen Jahre anzuschauen. Was für Autoren wurden ausgezeichnet? Findest du unter ihnen nur bekannte Namen und Verlagsautoren, wird die Jury sich vermutlich nur selten für einen Self-Publisher entscheiden. Kläre am besten vorab, ob Self-Publishing-Titel zugelassen sind und eine Chance bei der Jury haben. Auch kann es dir helfen, zu wissen, wer die Jury ist. Haben die Mitglieder bestimmte literarische oder textliche Vorlieben? Das kannst du auch an den Gewinnbeiträgen der Vorjahre herausfinden.

Wie gestaltet man die Bewerbungsunterlagen für Literaturwettbewerbe?

Wichtig vorab: Halte dich an die Vorgaben! Wenn maximal zehn Normseiten eingereicht werden können, solltest du deine elfseitige Kurzgeschichte nochmal kürzen. Oft gibt es auch formale Standards. Wenn nicht, kannst du davon ausgehen, dass dein Beitrag in Normseiten formatiert sein sollte. Gestalte ihn leserfreundlich, vermeide Formatierungen und nutze eine leserliche Schriftart wie Times New Roman. Sieh eine Bewerbung bei einem Schreibwettbewerb als Anregung zum Schreiben. Entwirf einen Text, der genau zum Ausschreibungsthema passt, um deine Chance auf eine Nominierung zu steigern. Und auch wenn es nicht klappt: Sei nicht enttäuscht. Bei der Vielzahl an Einreichungen fällt der Jury die Entscheidung nicht leicht und sie diskutieren teilweise erbittert miteinander um ihren Lieblingskandidaten. Das Ergebnis ist ein Kompromiss aus allen Meinungen. Das heißt also nicht, dass dein Buch qualitativ nicht mithalten kann. Die Auswahl der Jury hängt von vielen Gründen ab.

Welche Schreibwettbewerbe gibt es?

Es gibt im deutschsprachigen Raum eine riesige Anzahl an Wettbewerben und Preisverleihungen für Literatur. Ob der deutsche Self-Publishing-Preis, der Lyrikmond Wettbewerb oder der Bachmann Junior Literaturpreis, es gibt zahlreiche Möglichkeiten, dich mit deinen Texten zu bewerben.

Der deutsche Self-Publishing-Preis

Über: Gesucht wird „das beste selbstveröffentlichte Buch des Jahres“.

Wendet sich an: alle Self-Publishing-Autoren.

Organisatoren: MVB GmbH und Selfpublisher-Verband e. V.

Genre: Belletristik und Kinder- und Jugendbuch sowie Ratgeber und Sachbuch.

Ausschreibungsbedingungen: Qualitativ hochwertige Bücher, die sowohl Buchhändler als auch Leser durch ihre ansprechende Gestaltung und ihren professionellen Inhalt überzeugen. Das Buch muss in den Veröffentlichungszeitraum fallen.

Bewerbungsunterlagen: Text als PDF, Buchcover, Angaben zum Autor.

Preis: Jeweils 6.000 Euro pro Kategorie.

Infos unter: Deutscher Selfpublishing-Preis

Lyrix – der Bundeswettbewerb für junge Lyrik

Über: Jeden Monat gibt es ein neues Thema

Wendet sich an: alle Gedichtschreiber zwischen 10 und 20 Jahren.

Organisatoren: lyrix e.V. in Unterstützung durch das Bundesinnenministerium für Bildung und Forschung, den Deutschen Philologenverband und Deutschlandfunk.

Genre: Gedichte/Lyrik zu einem bestimmten Thema. Pro Monat wechselnde Ausschreibung zum Beispiel „Kram-Gedanken“ oder „mein geteiltes Leben“.

Ausschreibungsbedingungen: Der Lyriktext muss inhaltlich und formal den Kriterien des monatlich vorgegebenen Themas entsprechen. Er darf noch nicht veröffentlicht sein und muss auf Deutsch oder in einer entsprechenden Mundart verfasst sein. Der Teilnehmer überträgt lyrix e.V. mit der Einsendung seines Gedichts das nichtausschließliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte Nutzungsrecht an dem Text.

Bewerbungsunterlagen: Onlineformular

Preis: Unter allen Einsendungen wählt lyrix sechs Monatsgewinner aus. Unter allen Monatsgewinnern zwölf Jahresgewinner. Auf diese wartet eine Reise nach Berlin mit Sprechtraining im Deutschlandradio, Performance-Workshop und Schreibwerkstatt im Literarischen Colloquium Berlin am Wannsee, Lesungen rund um das Berliner poesiefestival und vieles mehr.

Infos unter: Lyrix

Kirsten-Boie-Preis

Über: Alle zwei Jahre wird das beste unveröffentlichte Kinderbuch eines deutschsprachigen Autors gesucht.

Wendet sich an: Kinderbuchautoren

Organisatoren: Hamburger Literaturstiftung, das Literaturhaus Hamburg, der Carlsen Verlag und der Verlag Friedrich Oetinger.

Genre: Kinderbuch

Ausschreibungsbedingungen: Bloß keine Langeweile! Ausgezeichnet werden unveröffentlichte Manuskripte.

Bewerbungsunterlagen: Textauszug (maximal 30 Seiten à 1.800 Zeichen) und Exposé als PDF-Datei per Mail.

Preis: 5.000 Euro, ein Verlagsvertrag mit dem Verlag Friedrich Oetinger in Hamburg. Außerdem zwei Förderpreise mit jeweils 1.000 Euro.

Infos unter: Kirsten-Boie-Preis der Hamburger Literaturstiftung

Wiener Werkstattpreis

Über: Fördert jährlich unbekannte Autoren und Fotografen.

Wendet sich an: junge und weniger bekannte deutschsprachige Autoren.

Organisatoren: FZA Verein zur Förderung von Kultur, Kunst und Wissenschaft.

Genre: Die vier Hauptkategorien sind Jurypreis, Sonderpreis, Publikumspreis für Literatur und FZA Werkstattpreis für Fotografie.

Ausschreibungsbedingungen: Kurzprosa-Texte bis maximal 10.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) sowie bis zu zehn Gedichte bis maximal 30 Zeilen pro Gedicht.

Bewerbungsunterlagen: Texte mit Titel bzw. Überbezeichnung, die sich vom Themenwortlaut der Ausschreibung unterscheidet, im DOC-Format für MS-Word für Windows ohne Hinweis auf den Urheber per E-Mail. Formatierung: Arial, Schriftgröße 12 pt, Zeilenabstand 1,5, ohne Einrückungen. Eine Kurzbiografie von maximal 10 Zeilen ist extra beizufügen.

Preis: 3.700 Euro

Infos unter: Wiener Werkstattpreis

Lyrikmond-Wettbewerb

Über: Lyrikwettbewerb zu wechselnden Themen.

Wendet sich an: Lyrikautoren

Organisatoren: Hans-Peter Kraus/lyrikmond.de

Genre: Lyrik und Gedichte

Ausschreibungsbedingungen: Im Netz unveröffentlichte Gedichte mit je bis zu 1.500 Zeichen.

Bewerbungsunterlagen: Maximal drei Gedichte über das Einsendeformular.

Preis: Dreimal 250 Euro, Buchgutscheine für Veröffentlichungen auf der Wettbewerbswebsite.

Infos unter: Lyrikmond

Bachmann Junior Literaturpreis

Über: Ein Talente-Wettbewerb für junge Menschen.

Wendet sich an: Autoren bis zum Eintritt ins 19. Lebensjahr, die ihre in deutscher Sprache verfasste Kurzgeschichte vor einem Publikum vortragen wollen.

Organisatoren: Stadtgemeinde Hermagor, das Land Kärnten und dem Tasm Lebenswerke Hermagor (ÖZIV-Kärnten).

Genre: Wechselnde Themen. Bekanntgabe am 30. November des Vorjahres.

Ausschreibungsbedingungen: Unveröffentlichte Kurzgeschichte mit Bezug zum Thema. Mindestens 4.000 und maximal 6.000 Zeichen (ohne Leerzeichen).

Bewerbungsunterlagen: Text in Schriftart Times New Roman, Schriftgröße 12. In einer gesonderten Word Datei ein Datenblatt mit Name, Adresse, Geburtsdatum, Telefonnummer, E-Mailadresse, Titel der Geschichte, Name der Schule.

Preis: Einsendeschluss am 31. Mai des jeweiligen Jahres, Preisgelder für 2020 betrugen für den 1. Platz 500 Euro, für den 2. Platz 300 Euro und für den 3. Platz 200 Euro. Das Preisgeld für den 1. Platz der Nachwuchsgruppe beträgt ebenfalls 200 Euro.

Preistitel: Bachmann Junior Literaturpreis / Hermagor

Literaturpreis Ruhr

Über: Fördert belletristische Literatur in und über das Ruhrgebiet und auch deren Verbreitung über das Ruhrgebiet hinaus.

Wendet sich an: Nachwuchsautoren aus dem Ruhrgebiet.

Organisatoren: Regionalverband Ruhr, organisatorisch betreut vom Literaturbüro Ruhr.

Genre: Keine thematische Beschränkung, ein Bezug zum Ruhrgebiet muss vorhanden sein.

Ausschreibungsbedingungen: Unveröffentlichter Text von maximal zehn Normseiten.

Bewerbungsunterlagen: Text in achtfacher Ausfertigung ohne Hinweis auf den Verfasser. Name, Geburtsdatum und Anschrift in einem gesonderten Umschlag. Keine Einsendungen per E-Mail.

Preis: Der Hauptpreis wurde zuletzt mit 15.000 Euro dotiert statt wie bisher mit 10.000 Euro. Außerdem gibt es einen Förderpreis über 5.000 Euro.

Infos unter: Literaturbüro Ruhr

Walter Kempowski-Preis

Über: Wird jedes zweite Jahr im Wechsel mit dem Hannelore-Greve-Literaturpreis vergeben. Teilnahmeschluss ist Ende April des jeweiligen Jahres.

Wendet sich an: deutschsprachige Autoren

Organisatoren: Förderpreis der Hamburger Autorenvereinigung

Genre: Kurzgeschichten-Wettbewerb

Ausschreibungsbedingungen: Einreichung einer unveröffentlichten Kurzgeschichte, eine geschlossene literarische Erzählung, keine Berichte, Reportagen, Essays.

Bewerbungsunterlagen: Texte mit der Schriftart Courier New, höchstens fünf Normseiten, kopierfähig, also nicht geknickt, geheftet, gefalzt oder sonst wie verbunden.

Preis: insgesamt 10.000 Euro: 1. Preis 6.000 Euro, 2. Preis 2.500 Euro, 3. Preis 1.500 Euro)

Infos unter: Walter Kempowski-Preis

Texte. Preis für junge Literatur

Über: Stipendium für Drama.Litschau

Wendet sich an: Jugendliche im Alter von 14 bis 19

Organisatoren: Verein Literarische Bühnen Wien und das Theaterfestival Litschau

Genre: Drama

Ausschreibungsbedingungen: Die Stipendiaten verfassen während des Festivals in Litschau kurze Theatertexte, die dann vor Ort von einer Theatertruppe geprobt und als szenische Lesung zur Aufführung gebracht werden. Anwesenheit in Litschau wird dafür vorausgesetzt.

Bewerbungsunterlagen: Exposé für ein kurzes Theaterstück von etwa 15 Minuten, plus eine kurze, ausgearbeitet Szene. Insgesamt maximal fünf Seiten. Deine Einreichung erfolgt per Mail.

Preis: Das Stück wird aufgeführt, das Stipendium umfasst Verpflegung und Unterbringung.

Infos unter: Texte. Wien

Weitere kleinere Wettbewerbe

Neben den hochdotierten Wettbewerben gibt es auch Ausschreibungen, die in einem kleineren Rahmen stattfinden, als Preis eine Veröffentlichung in einer Anthologie ansetzen oder beim Veröffentlichen unterstützen. Beispielsweise findest du solche Schreibwettbewerbe bei Lizzynet, Traum3, Care oder als Essaywettbewerb. Informiere dich auch unter Autorenwelt über aktuelle Literaturausschreibungen und Förderungen.

Fazit

An welchem Schreibwettbewerb du teilnehmen solltest, hängt davon ab, welches Ziel du damit verfolgst. Möchtest du mit einer Kurzgeschichte in eine Anthologie, dein Buch bei einer sachverständigen Jury vorstellen oder einige Monate als Stadtschreiber zur Verfügung stehen? Überzeugst du eine Wettbewerbs-Jury durch deinen Beitrag, wirst du bei einer Nominierung oder durch einen Literaturpreis mit zusätzlicher Werbung für deinen Text belohnt. Es lohnt sich also, bei einem Literaturwettbewerb mitzumachen.

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