Autorenhonorar

Autorenhonorar – Das bleibt dir am Ende von deinen Buchverkäufen

Ob als Verlagsautor oder im Self-Publishing, wenn sich dein Buch verkauft, erhältst du dafür ein Autorenhonorar. Aber wie berechnen sich die Tantiemen, wie viel bleibt am Ende übrig und wer verdient alles mit am Verkauf deines Buches?

Wer verdient mit an meinem Buch?

Zwar hast du als Autor das Buch geschrieben, trotzdem sind noch zahlreiche andere Gewerke am Herstellungsprozess beteiligt. So müssen auch das Lektorat, der Druck und der Vertrieb bezahlt werden. Im Buchmarkt gibt es eine Reihe von Beteiligten in der Wertschöpfungskette, die einen Teil des Umsatzes bei einem Buchverkauf für sich beanspruchen. Dazu gehören der Verlag oder Self-Publishing-Dienstleister und der Buchhandel. Dabei liegen die Handelsspannen bei den Filialbuchhandlungen bei bis zu 40 Prozent. Auch die Kosten für Druck, Cover, Buchsatz, Lektorat und Korrektorat sowie das Marketing sollten im Idealfall über die Verkäufe abgedeckt werden.

Ob und wie viel Autorenhonorar am Ende auf deinem Konto landet, hängt davon ab, wie viele Leser dein Buch erreicht.

Autorenhonorar: Wie berechnen sich die Tantiemen?

Üblicherweise gehen die Berechnungen für dein Autorenhonorar vom Nettoladenverkaufspreis aus. Das bedeutet der Preis, der nach Abzug der Mehrwertsteuer übrigbleibt. Dabei gilt bei einer Veröffentlichung über einen Verlag für Hardcover-Ausgaben ein Richtwert von zehn Prozent, bei einem Taschenbuch beginnt eine Vergütungsstaffel bei fünf Prozent und kann je nach verkauften Exemplaren auf acht Prozent steigen. Bei E-Books berechnet sich das Autorenhonorar normalerweise über den Nettoverlagserlös, deshalb sieht der Prozentsatz deutlich höher aus. Gerade bei Self-Publishing-Dienstleistern klingen Tantiemen von 70, 80 oder sogar 90 Prozent verlockend. Bevor du dich aber für einen Anbieter mit der höchsten Prozentzahl entscheidest, informiere dich unbedingt, was dahintersteckt. Welche Services bietet der Dienstleister über die Veröffentlichung hinaus an?

Grundsätzlich kannst du bei E-Books mit prozentual höheren Tantiemen rechnen, weil die Herstellungskosten deutlich geringer sind. Diese machen bei einem gedruckten Buch mit den größten Kostenfaktor aus.

Nettoladenpreis oder Nettoverlagserlös – wo liegt der Unterschied?

Bei den Vertragsverhandlungen mit deinem Verlag oder Self-Publishing-Dienstleister solltest du in puncto Autorenhonorar unbedingt genau lesen: Gehen die Tantiemen vom Nettoladenpreis oder vom Nettoverlagserlös aus? Während der Nettoladenpreis sich auf den Preis bezieht, der nach Abzug der Umsatzsteuer von sieben Prozent bei Print-Büchern und 19 Prozent bei E-Books übrigbleibt, sieht es beim Nettoerlös etwas anders aus. Denn hier werden auch beispielsweise Rabatte an den Buchhandel abgezogen, bevor daraus deine Tantiemen berechnet werden. Der Begriff Nettoverlagserlös lässt Spielraum für Interpretationen und sollte deshalb unbedingt genauer geprüft werden, wenn er in deinem Vertrag steht. Lass dir am besten eine Beispielrechnung zeigen. Dadurch, dass vom Nettoerlös mehrere Positionen abgezogen werden, sollte der Prozentsatz deines Honorars deutlich höher sein, als wenn die Berechnungsgrundlage beim Nettoladenpreis liegt.

Ausgehend von einem Taschenbuchpreis von 9,95 Euro und damit Nettoladenpreis abzüglich Mehrwertsteuer von 9,30 Euro, bleiben dir als Autor bei fünf Prozent Beteiligung pro Buch 0,46 Euro Autorenhonorar.

Dient beim selben Taschenbuch als Berechnungsgrundlage der Nettoerlös, ziehst du von den 9,30 Euro etwa 50 Prozent Rabatt für den Buchhandel ab, wodurch 4,65 Euro verbleiben. Setzt man hier ebenfalls fünf Prozent Tantiemen an, liegen diese nur noch bei 0,23 Euro pro Exemplar.

Achte deshalb unbedingt auf die Berechnungsgrundlage, bevor du einen Vertrag unterschreibst.

Wie viel verdient ein Verlagsautor?

Ein Verlag übernimmt nahezu die komplette Wertschöpfungskette eines Buches: Vom Lektorat und Buchsatz über den Druck bis zum Vertrieb und der Bewerbung des Buches im Buchmarkt. Die dafür notwendigen Arbeitsschritte werden in den einzelnen Abteilungen bearbeitet, die wichtigsten sind Lektorat, Rechte und Lizenzen, Herstellung, Marketing, Vertrieb und Presse. All das muss mit den Einnahmen aus Buchverkäufen bezahlt werden und wirkt sich auf dein Autorenhonorar aus.

Als Verlagsautor bekommst du üblicherweise einen Vorschuss. Dieser errechnet sich aus der Auflage und deinem Honorar pro Buch. Kleinverlage und reine E-Book-Verlage können meist keinen Vorschuss bieten. Allerdings erhältst du in beiden Fällen Tantiemen, die gegebenenfalls mit dem Vorschuss verrechnet werden.

Ausgehend von einem Bruttoladenpreis von 14,90 Euro und einer verkauften Stückzahl von 2.500 Euro würde eine Kalkulation deiner Tantiemen heruntergerechnet auf ein Buch laut einer Aufstellung des Voland & Quist Verlags so aussehen:

Bruttoladenpreis14,90 €
Nettoladenpreis13,93 €
Buchhandelsrabatt und Vertriebskosten./. 8,36 €
Autorenhonorar./. 1,25 €
Lektorat und Korrektorat./. 0,24 €
Umschlaggestaltung und Satz./. 0,31 €
Buchdruck./. 1,98 €
Werbung./. 0,20 €
Saldo1,59 €

Von diesem Saldo muss der Verlag Kosten wie Personal, Messeauftritte und die Miete bezahlen. Verkauft er allerdings nicht genug Bücher, bleibt er auf den Kosten sitzen. Dieses Verkaufsrisiko liegt bei einem Vertrag mit einem Verlag im Gegensatz zum Self-Publishing nicht bei dir als Autor. Ausgehend von einem Autorenhonorar von 1,25 Euro pro verkauftem Buch beträgt der Vorschuss beziehungsweise dein Gesamthonorar bei der kompletten Abnahme der Auflage von 2.500 Stück 3.125 Euro. Natürlich variiert das Honorar je nach Größe des Verlags, Auflage und individuellen Vereinbarungen, die du bei den Vertragsverhandlungen triffst.

Wie viel verdient ein Self-Publisher?

Eine weit verbreitete Meinung ist, dass ein Autor mehr verdient, wenn er sein Buch im Self-Publishing veröffentlicht. Zwar lässt ein Blick auf die Tantiemen pro verkauftem Buch darauf schließen, allerdings sind die Leistungen eines Self-Publishing-Dienstleisters geringer als bei einem klassischen Verlag und der Autor trägt daher mehr Kosten selbst.

Lektorat, Coverdesign, Buchsatz, Werbung – all diese Dinge übernimmt ein Verlag für dich, wenn du dein Manuskript dort eingereicht und einen Vertrag ausgehandelt hast. Als Self-Publisher musst du dich selbst darum kümmern. Und die Kosten dafür solltest du nicht unterschätzen. Zwar gibt es kostengünstige Angebote, aber du solltest unbedingt Wert auf die Qualität legen. Niemand kauft ein Buch mit unprofessionellem Cover und enthält der Text zahlreiche Fehler oder ist unleserlich gesetzt, wird der Leser es schnell zur Seite legen.

Die Kosten für ein Buch unterscheiden sich nicht von denen eines Verlags, nur übernimmt diese beim Self-Publishing teilweise auch der Autor und er hat zusätzlich einen höheren Arbeitsaufwand. Mit Hilfe von Preisrechnern der Self-Publishing-Dienstleister kannst du deine Provision kalkulieren. Verkauft sich dein Buch nicht, bleibst du auf den Kosten sitzen. Denn hier trägst du das Absatzrisiko.

Laut der jährlichen Umfrage der Self-Publisher-Bibel, an der in 2020 insgesamt 1.895 Autoren teilgenommen haben, liegt der durchschnittliche monatliche Verdienst von Self-Publishern bei etwa 952 Euro. Allerdings verdient etwa die Hälfte weniger als 50 Euro im Monat. Um im Self-Publishing erfolgreich zu sein, sind regelmäßige Veröffentlichungen und zielgruppenorientiertes Marketing ausschlaggebende Faktoren.

Welche Kosten fallen für die Veröffentlichung an?

Wird ein Buch veröffentlicht, kommen eine Reihe Kosten auf dich oder deinen Verlag zu. Der Text muss lektoriert, der Innenteil sowie der Umschlag gestaltet und das fertige Buch vertrieben und beworben werden. Diese Kosten fallen vorab an, wenn du noch nicht weißt, ob sich dein Buch überhaupt verkauft. Trotzdem ist die Investition wertvoll und nötig. Denn ein Buch voller Rechtschreibfehler und Logiklücken wird viele schlechte Rezensionen erhalten und wirkt das Cover unprofessionell, landet dein Werk noch nicht einmal im Einkaufskorb. Um also eine Chance auf dem Buchmarkt zu haben, solltest du in dein Buch investieren.

Kosten für einen Verlagsautor

Für dich als Autor sind die Kosten am geringsten, wenn ein Verlag sich um dein Buch kümmert. Dann übernimmt er das Lektorat, lässt ein Cover gestalten und ist für die Herstellung und den Vertrieb verantwortlich. Auf dich als Autor kommen hier keine Kosten zu. Aber Vorsicht bei Druckkosten-Zuschuss-Verlagen! Verlangt ein Verlag im Voraus Geld von dir – oft auch in enormen Summen – solltest du unbedingt von einer Veröffentlichung absehen. Meist fällt die Unterstützung von Seiten der Verlage minimal aus, dein Buch wird zwar (auf deine Kosten) veröffentlicht, aber danach bist du auf dich allein gestellt. Erkundige dich unbedingt im Netz oder bei Autorenkollegen über den Verlag, bevor du irgendwelche Verträge unterschreibst.

Kosten für einen Self-Publishing-Autor

Entscheidest du dich für eine Veröffentlichung über einen Self-Publishing-Dienstleister musst du einen Teil der Kosten selbst tragen – wobei die Veröffentlichung selbst am wenigsten ausmacht, bei manchen Anbietern sogar komplett kostenlos ist. Lektorat, Coverdesign und Buchsatz musst du allerdings als Autor stemmen und auch für das Marketing bist du hauptsächlich selbst verantwortlich. Manche Anbieter wie beispielsweise tredition unterstützen dich mit Pressetexten oder kostenlosen Rezensionsexemplaren. Überlege dir vorab, welche Leistungen du von einem Self-Publishing-Dienstleister erwartest und informiere dich, welche der von dir gewählte anbietet. Herstellung und den Vertrieb, die üblicherweise jeweils mit einem vierstelligen Betrag zu kalkulieren sind, übernimmt als Self-Publisher dein Dienstleister für dich. Die Kosten für den Druck fallen durch das Print-on-Demand-Verfahren erst an, wenn dein Buch bestellt wird.

Kosten für einen Selbstverlag

Möchtest du deine Bücher im Selbstverlag veröffentlichen, musst du alle anfallenden Kosten stemmen. Gerade Herstellung und Vertrieb sind große und nicht zu unterschätzende Kostenpunkte. Kalkuliere deshalb genau, bevor du einen Selbstverlag gründest. Abgesehen davon gibt es zahlreiche weitere Überlegungen, die du vorab anstellen solltest. Ein gutes Gespür für den Buchmarkt ist als Verleger unverzichtbar, außerdem brauchst du ein individuelles Konzept, um aus der Masse hervorzustechen. Stemmst du den Aufwand, einen Verlag zu gründen, erreichst du als Autor dadurch komplette Unabhängigkeit.

Wer verdient mehr: Verlagsautor oder Self-Publisher?

Der Erfolg des Buches ist nicht unbedingt abhängig davon, wie es veröffentlicht wurde. Mancher Self-Publisher verdient deutlich mehr als eher unbekannte Verlagsautoren. Andererseits fallen als Self-Publisher Kosten für dich als Autor an, die andernfalls der Verlag für dich übernimmt. Hast du erst einmal einen Verlagsvertrag, brauchst du dir keine Gedanken mehr um das Coverdesign und den Buchsatz zu machen. Um ein eigenes Marketing kommst du aber in beiden Fällen nicht herum.

Gerade wenn du dich für das Self-Publishing entscheidest, kannst du die Kosten minimieren, wenn du bei der Auswahl von beispielsweise Lektor und Coverdesigner sorgfältig bist. Das bedeutet nicht, nach dem günstigsten Anbieter Ausschau zu halten. Stattdessen solltest du etwa durch ein Probelektorat herausfinden, welcher Lektor zu dir passt und dir tatsächlich helfen kann, dein Buch aufzuwerten. Zwar sind die Kosten für diese Qualität nicht zu unterschätzen, andererseits zahlt sich ein hochwertiges Buch wahrscheinlicher aus und du erzielst mehr Buchverkäufe.

Zusätzliche Einnahmen als Autor

Als Autor bist du nicht nur darauf angewiesen, mit Buchverkäufen Geld zu verdienen. Neben deinen Tantiemen gibt es noch weitere Möglichkeiten, Einnahmen zu generieren. Das kann der Verkauf von Rechten sein wie beispielsweise für eine Übersetzung. Merchandise zu deinen Büchern bietet nebenbei auch noch einen Marketing-Effekt. Aber Achtung: Möchtest du Werbeartikel zu deinem Buch verkaufen, musst du ein Gewerbe anmelden. Kläre aufkommende Fragen am besten mit deinem Steuerberater oder dem Finanzamt ab. Auch bei Lesungen kannst du ein Honorar verlangen, um deine Einnahmen als Autor aufzustocken.

Für einen Bucherfolg sind regelmäßige Marketing-Maßnahmen ohnehin besonders wichtig. Das erfordert Eigeninitiative, auch bei einer Veröffentlichung über einen Verlag. Werde deshalb selbst aktiv, vermarkte deine Bücher auf unterschiedlichen zielgruppenorientierten Kanälen und steigere so deine Buchverkäufe.

Fazit

Wie viel Autorenhonorar auf deinem Konto landet, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Allein die Entscheidung, ob Verlag oder Self-Publishing-Dienstleister hat einen Einfluss auf deine Tantiemen. Informiere dich vor Vertragsabschluss deshalb genau über die Berechnung und behalte auch im Hinterkopf, welche Services du jeweils geboten bekommst. Achte bei deiner Auswahl nicht nur auf die Prozentzahl, die dein Autorenhonorar ausmachen wird. Genauso solltest du als Self-Publisher beim Lektorat und Coverdesign nicht vom günstigsten Angebot ausgehen, sondern dich für das entscheiden, das für dein Projekt die beste Qualität verspricht.

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